21. Juli 2007

Scho sooo lang nix mehr geschrieben...

Ich muss zu Beginn meines heutigen Eintrags wieder mal zum Wetter stellungnehmen und zugeben, dass es wirklich bald unheimlich ist: Während ihr mir von Hitzerekorden und Höchsttemperaturen bis zu 38Grad berichtet, sitze ich mit Fliespulli und dicken Socken im Haus, schlürfe Tee und überlege ob ich nicht die Heitzung anmachen soll! Heute hat es beispielsweise hier in Galway nicht mal halb so viele Grade wie bei Euch, und auch die nächste Woche verspricht durchschnittlich nicht mehr als 14-17Grad! Da würd ich schon mal gern ein paar Sonnenstrahlen von Euch importieren, vorallem weil nächste Woche meine letzte Praktikumswoche ist und alles entspannter ist, wenn die Kids bei guten Wetter den Tag einfach am Strand verbringen können.
Trotzdem fällt uns auch bei Schlechtwetter immer was ein und ich möcht Euch an dieser Stelle ein paar Bilder von den letzten Wochen zeigen: James in seinem Element: Er kann unglaublich happy mit ein paar Steinen vom Strand und Fingerfarben sein. Was wir ihm verschwiegen haben: Es sind immer wieder die selben Steine, die er Tag für Tag bemalt, weil der Regen die Farben über Nacht immer wieder wegzaubert! Aber psssst, bisher hat er noch nicht gefragt: " Where are my stones, I painted yesterday?" ;-)

Nachwuchs Traveller: Nein, keine Drillinge aber alle Cousins und Cousinen ersten Grades!


"Face-painting", eine der Attraktionen am Ende jeder Woche!


...und so sieht man aus, wenn man sich selbst zur Verfügung stellt und Kinder die Farben in die Hände bekommen!


finally... the Crew!

Zugegebener Maßen waren wir am Ende jedes Tages echt immer ausgepowert, aber da jeder Tag in Inverin ein neues Abenteuer ist, freuen wir uns alle schon auf die letzte gemeinsame Woche, bevor alle in den Urlaub starten. Kommender Donnerstag ist demnach mein letzter Arbeitstag und geplant ist, dass alle Mitarbeiterinnen samt Sr. Margreth als Abschluss im Inverin-Haus übernachten! Unvorstellbar wie schnell die 3 Monate verflogen ist und das Abschiednehmen wird bestimmt nicht einfach!

Wie ich im letzten Eintrag erwähnt habe, ist das Galway Arts-Festival voll im Gange und ich vergleiche die Stadt im Moment mit einem grossen Zirkuszelt, nur eben ohne Tiere dafür mit umso mehr kreativen, einfallsreichen und begabten Leuten. An jeder Ecke änsieht man Strassen künstler wie Feuerjongleure, Musiker oder Komiker. Die einen sind origineller wie die anderen: So übertrumpfte beispielsweise ein älterer Mann alle anderen Gitarristen, die teilweise wirklich gut sind, indem er einfach Luftgitarre spielte: Mit einer simplen Gitarre aus Karton hat er die Leute unterhalten, das war einfach genial. Oder ein anderer, der einfach mit Mikro mitten auf der Strasse steht, und vorbeigehende Leute auf den Arm nimmt (auf guat deutsch: aufs ärgste verarscht) aber so mit Stil und so originell, dass man einfach stehenbleiben muss!



Neben den Strassenkünstlern, die alle für die klassische "freiwillige Spende" im Gitarrenkoffer oder Hut, ihre Talente darbringen, gibt es auch ein offizielles Arts-Festival Programm, mit ganz vielen Konzerten, Theaterstücken und anderen Shows, die in den verschiedensten Lokalen und Pubs von Galway stattfinden. Ich war gestern bei einer extrem beeindruckenden Body-Performance von 3 Australiern, die 70 Minuten lang mit ihren Körpern eine unbeschreibliche Show abgeliefert haben!

Am liebsten würd ich Euch alle an Ort und Stelle im Moment durch meine kleine, bunte Stadt führen, damit ihr Euch das Flair ein bisserl besser vorstellen könnt. So, werd ich aber immer á la Durschnitts-Touri meine Kamera bei mir haben, damit ich Euch zumindest wieder ein paar Photos im nächsten Eintrag zeigen kann!

Bis dahin, noch ein schönes Wochenende und bis bald (jetzt dauerst ja tatsächlich nicht mehr so lange! ;-)

Bussal,

Marianne

7. Juli 2007

Kunterbuntes aus Galway!

Es ist fast Mitternacht und ich sitz hier in meinem kleinen Zimmer, sollte längst schon an meinem Praktikumsbericht fürs Studium arbeiten, finde es aber viel spannender Euch kurz zu berichten, was sich bei mir so die letzten Tage und Wochen getan hat: Vor mittlerweile 2 Wochen hab ich meine letzten Tage in der Pre-school und im Communtiy Center absolviert, weil sich dieser Betrieb genauso wie die Schule in die Ferien verabschiedet hat. Auf unterschiedliche Weise wurde hier versucht einen netten Abschluss für die Kids zu gestalten, und so gab es beispielsweise eine rührende Messe für die Kleinsten, mit abschließender Auszeichnung für das be- oder überstandene Pre-school Jahr. ;-)
Und weils den Iren grundsätzlich nie an kitschigen (amerikanisch angehauchten) Ideen fehlt, wurde jedem Kind ein klassischer High-School-Hut verpasst. Den Eltern gefiels, mehr oder weniger happy waren die Kinder darüber!



Ein letztes Mal wurden mit viel Mühe "diese komischen verbogenen Austrian-cookies" geformt, deren Namen einfach unaussprechbar sind. Stimmt ja, man hätte sich echt einen anderen Namen als "Vanillekipferl" einfalln lassen! Und auch wenns so aussieht, keiner (auch nicht der Mister im blauen Pulli) wurde je dazu gezwungen, Backen auf freiwilliger Basis lautete die Devise! Geschmeckt hats übrigens allen!

Anders im "After-school-Club": Hier gab es als krönenden Jahresabschluss eine Sportsolympiade wo man die ein oder andere Schokolade- Medaille ergattern konnte!

Original irish twins
Diese zwei Jungs, haben mich vor gut 2 Wochen am Fussballfeld schwerstens beigeistert: Wenig interessiert was sich so am wirklichen Feld abspielt, schien sie das Match im eigenen
Computer in Bann zu reißen! Und das gleich in doppelter Ausgabe!
Meine anfängliche Arbeit im Communtiy Center ist somit zu Ende, viele lehrreiche Erfahrungen und Abenteuer konnte ich mir aus dieser Zeit mitnehmen! Ein ebenso aufregender Part meines Praktikums hat aber nun begonnen: Die Ferien-Wochen mit den Familien in Inverin. Meine Organisation verfügt zu diesem Zweck über ein riesiges Ferienhaus, direkt am Meer. Woche für Woche können hier jeweils rund 20 Kinder mit ihren Müttern eine Woche "Sunshine-Holidays" verbringen und somit eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen.
Es is schwer zu bescheiben, wies da rund geht aber man stelle sich nur vor, diese Familien bringen so ziemlich alle Probleme mit, die man haben kann: Kriminatlität (der Vater, war zumindest einmal schon im Gfängnis), Drogen, Armut (weniger materiell als emotional), usw. man kann sich ausrechnen, welchen Stellenwert die Kinder in solchen Verhältnissen haben und was den Wahnsinn noch komplett macht: Es sind durchschnittlich 6-8 Kinder pro Frau! Da hab ich meine Ansprüche was die Arbeit mit den Minis betrifft zu Beginn einmal arg runterschrauben müssen. Erfolg ist beispielsweise, wenn wir eine Runde "Schnipp-Schnapp" ohne gröbere Verletzungen überstehen - verlieren ist nämlich immer wieder eine sehr schmerzliche Erfahrung, mit der man erstmal fertig werden muss. Da die Kinder kaum über Sprache verfügen (wer redet auch schon das Jahr über mit ihnen?!) ist der Körper das erste Mittel um sich mitzuteilen und dementsprechend wild kann auch die Kommunikation untereinander ausfallen!
Was ich damit sagen möchte, es läuft hier weniger harmonisch ab wie beispielsweise auf einem Jungscharlager oder Feriencamp á la Kinderfreunde und ich bin auch jeden Tag ziemlich geschlaucht nach den 10-12 Stunden. Dennoch, die vielen strahlenden Gesicher der Kinder , ihr herzliches Lachen und die ein oder andere wortlose Umarmung am Ende eines anstrengenden Tages zeigen einem, dass man am richtigen Weg ist, und dass es doch nur die wertschätzende Aufmerksamkeit ist, nach der sie alle suchen - Kinder genauso wie ihre Mütter!
Werd Euch demnächst ein paar Bilder von meinen Tagen in Inverin reinstellen, dann könnt ihr Euch das bunte Leben hier auch ein wenig mitverfolgen.
Inzwischen aber, ein paar kurze Eindrücke vom Stadtleben: Alles bereitet sich zur Zeit auf das berühmte Arts-Festival vor, dass nächste Woche über die Bühne geht und viele, Künstler, Musiker und andere kreative Menschen nach Galway führt! Einen kurzen Vorgeschmack gabs bereits am 1.Juli, dem internationalen Kindertag, wo an verschiedenen Plätzen der Stadt unterschiedliche Gruppen Kleine und Grosse Zuseher begeisterten, darunter auch mich! ;-)
Das wars für heute, mittlerweile ist es schon fast 2 in der früh und ich brauch dringend ein paar Stunden Schlaf für meinen morgigen Tag in Inverin.
Hoff es geht Euch allen gut, bis bald,
Marianne

2. Juli 2007

Family Besuch

Irland zeigte sich von seiner sonnigsten Seite, als die 3 Steirerinnen (Mama, Oma und Resi) am vergangenen Mittwoch irischen Boden betraten! Aber "thanks god" sie bekamen gleich am nächsten Tag die wahre Seite Irlands zu spüren, und spätestens als ihnen der Wind das erste Mal so richtig um die Ohren pfiff und der Regen von allen Seiten herunterprasselte, wussten auch sie, dass Regenjacken hier wertvoller sind als Sandalen und kurze Hosen! Aber die 3 Ladies waren tapfer, bei strömenden Regen erklammen sie die Cliffs of Moher und als Belohnung gab es eine Stunde blauen Himmel! Für mich war es nun bereits das dritte Mal, dass ich diese gigantische Aussicht genoss und ich muss sagen es ist immer wieder ein überwätigendes Erlebnis!
Der zweite Tripp führte uns auf Inis Mór, eine der 3 Aran Islands, die ich bereits vor gut einem Monat mit Doris erradelt bin! Das Wetter war komplett auf unsrer Seite und so machte Owen und sein Gaul "Wrose" ein Geschäft mit uns und die beiden kutschierte uns tapfer von einer Seite der Insel zur anderen und das ganze auch wieder retour! Eine holprige aber absolut beschwingte Angelegenheit, vorallem weil sich unser Kutscher im Laufe der Tour als sehr gesprächiger und lustiger Kerl herausstellte: Er ist einer der 800 Inselbewohner, lebt von seinem Pferd und hat sein Leben lang Irland noch nie verlassen, ihr könnt Euch vorstellen welch Geschichten so ein Ir(r)e zu erzählen hat!





Unser Programm war dicht gedrängt, aber die 3 zeigten wahres Durchhaltevermögen: So wurde vorm Heimfliegen am Samstag noch fleissig geshoped, das ein oder andere Bier verkostet und zu echter irischer Pub-Musik geklatscht (nein nicht getanzt, denn dafür waren die Beine echt schon zu müde!)
Ganz besonders aber für mich war, dass Mama+ Co unter anderem Sr. Margreth, die Leiterin meiner Einrichtung, kennenlernten und ich ihnen in den gemeinsamen Tagen ein wenig von meinem Leben hier in Irland zeigen konnte. Die Zeit verflog natürlich viel zu schnell, aber ich glaube ein jeder konnte sich neben den Souvenirs, auch jede Menge persönlicher Erinnerungen mitnehmen!
Schön wars, ganz liebe Grüsse und bis bald!

Marianne